Es gebe zwar schon einigen „Moscheenführer für Christen“ und „Kirchenführer für Muslime“ in Deutschland, sagten sie, doch erstmals sei ein solches Heft ökumenisch von beiden großen Kirchen erstellt worden. Das Heft mit dem Titel „Willkommen in unseren Kirchen“ sei „ein Angebot zur Begegnung und eine Frucht der gemeinsamen Ökumene“, freute sich Bischof Janssen. „Es ist wichtig, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und uns gegenseitig besser kennenlernen“, sagte Weihbischof Theising. „Das baut Unsicherheiten ab und ermöglicht Wertschätzung für das Glaubensleben und die Traditionen des je Anderen.“
Unter Leitung des Islambeauftragten der oldenburgischen Kirche, Pfarrer i.R. Michael Munzel, Olaf Grobleben, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, und Dr. Gabriele Lachner, Ökumene-Beauftragte des Bischöflich Münsterschen Offizialats, hatte sich eine Arbeitsgruppe intensiv damit beschäftigt, welches Wissen Nicht-Christen, die sich mit christli-cher Kultur auseinandersetzen wollen, interessieren könnte. Unter Beratung von Prof. Dr. Habib El Mallouki vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück definierte die Gruppe Themen wie die Architektur und Einrichtung des Gotteshauses, die Bibel, Formen und Utensilien der Liturgie, Kirchenmusik, Gewänder, Sakramente, kirchliche Feiertage und Brauchtum. Die große Schwierigkeit ihrer Arbeit, erklärte Munzel, habe in der Reduktion des Wissens und der einfachen, leicht verständlichen Sprache bestanden.
„Die Orientierungshilfe wendet sich in erster Linie, aber nicht ausschließlich, an muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger im Oldenburger Land“, erklärte Grobleben. Mehrfach würde Einschübe christlich-muslimische Vergleiche bzw. Anknüpfungspunkte benennen. Das Heft habe aber keinen Missionierungsauftrag, stellte Gabriele Lachner klar. Es solle vielmehr allen interessierten Besuchern, auch christlichen, christliche Kirchen und Religion erklären.