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Zwei Stunden für den Eisbergsalat

02. März 2019 - Vechta

NDR dreht für „Klosterküche“ bei Dominikanern

Eine Doppelfolge der erfolgreichen Sendereihe „Klosterküche – Kochen mit Leib und Seele“ produzierte der NDR jetzt im Dominikanerkloster Füchtel. Ein zehnköpfiges Fernsehteam war dafür mit viel Technik angereist. Seine fernsehgerechte Musterküche hatte der NDR dafür in der Ökonomie des Klosters aufgebaut. Das ist nicht ungewöhnlich. Zum einen bieten die wenigsten echten Klosterküchen ausreichend Platz für eine Fernsehproduktion, zum anderen würden die Dreharbeiten eine Küche für Tage blockieren. Sieben Drehtage hatte der NDR für die Aufnahmen angesetzt. Gefilmt wurde im Kloster und in der Schule, beim Gottesdienst, einer Vesper und beim Totengebet. Eine Drohne lieferte die Außenaufnahmen. An zwei Tagen wurde nur gekocht.

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Auf engstem Raum mit drei Kameras, Scheinwerfern und einem zehnköpfigen Produktionsteam

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Regiesseurin Andrea Ahmadi (2.v.r.) gibt Anweisungen für die nächste Szene

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P. Karl Gierse, Köchin Ulrike Schmedes und Moderatorin Annette Behnken beim Küchendreh

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Prost auf den Dreh

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Hähnchenbrustfilet mit Basilikumrahm und Basmatireis, Rindfleischsuppe, Eisbergsalat mit Himbeeren und Grünkohl mit Salzkartoffel - eine abwechslungsreihe Speisekarte hatte sich Filmautorin und Regisseurin Andrea Ahmadi ausgedacht. Neben den Kochszenen gibt es auch Essensszenen. Patres aus dem Kloster und Lehrkräfte der Schule setzen sich dafür an den Tisch und lassen sich schmecken, was die Küche hergegeben hat. Zum Sattessen ist das aber nicht gedacht. Sind die Aufnahmen fertig, wird sofort abgeräumt und der nächste Gang geholt.   

Für den Eisbergsalat hat sich Moderatorin Annette Behnken die Klosterköchin Ulrike Schmedes und P. Karl Gierse OP ans Set geholt. Am Vortag hatte hier schon Schulleiter P. Dr. Andreas Bordowski OP zeigen müssen, dass er bei Rindfleischsuppe assistieren kann. Während Regisseurin Ahmadi die Kameraleute dirigiert, Licht und Ton nachjustiert werden und Produktionsassistentinnen im Nebenraum die nächsten Zutaten bereitstellen, plaudert Behnken mit ihren Gästen ganz ungezwungen. Ob er mit seinem Gewand nicht sehr aufpassen müsse, will sie, die auch evangelische Pastorin ist, von P. Karl wissen. Solange es keine Tomatensoße gebe, sei das kein Problem, entgegnet er, während er mit einem langen Messer vorsichtig den Salat schneidet. Das sei ihm in den ersten Wochen als Mönch einmal passiert. „Das war nicht so toll.“ Inzwischen habe er sich angewöhnt: Erst zum Ärmel greifen, dann zum Topf. Ob es ein Gericht gebe, wo er schwach werde? „Linseneintopf“.

Es sei ihre erste Folge für diese Sendereihe, erzählt Andrea Ahmadi in einer Drehpause. In den letzten Jahren habe sie Kochsendungen für den WDR produziert. Wie sie die Atmosphäre bei den Dominikanern empfinde? „Unbeschreiblich“, lacht sie. „Extrem offen und herzlich. Es macht viel Spaß, hier zu drehen.“  

Nach der Pause ein Blick in die Aufzeichnungen. Wer hat wie gestanden, das Messer wie gehalten. Wo genau war die Schüssel mit den Himbeeren? Alle Szenen müssen zusammenpassen. Nach vielen Wiederholungen einzelner Einstellungen ist der Salat in der Schüssel. Rote Himbeeren oben drauf bringen etwas Farbe ins Spiel. Zwei Stunden hat die Szene gedauert. P. Karl ist endlich entlassen und stößt mit einem Gläschen Wein mit Annette Behnken und Ulrike Schmedes an. „Halleluja“, ruft er erleichtert, als die Kamera aus ist. Und: „Eigentlich bin ich mehr ein Fleischtyp“.

Der NDR sendet diese Folgen „Klosterküche“ im Frühjahr an einem Sonntag um 15.30 Uhr. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Ludger Heuer